Der Verein

 

 

Vereins-Chronik

 Als vor vielen Jahren das Fahrrad fast in jedes Haus Einzug fand, entwickelte sich auch überall schon sehr bald der Wunsch, in kameradschaftlicher Gemeinsamkeit das Radfahren als Sport auszuüben. Durch die Initiative einiger Idealisten wurde dann auch schon im Jahre 1904 dieser Gedanke Wirklichkeit. Es wurde der Radfahrerverein Kirchentellinsfurt u.a. von Gottlob Nübling I, Gottlob Nübling II, Otto Stammler, Jakob Wolf, Gottlob Heusei gegründet. Durch intensive Arbeit, die sich hauptsächlich auf das Korso und Wanderfahren erstreckte konnte der Verein eine beachtliche Stellung im Gau erringen. Im Jahre 1905 fand die Gründungsfeier statt, welcher 1909 das 5-jährige Jubiläum folgte. Das ständige Anwachsen der Mitgliederzahl und die opferfreudige Mithilfe derselben versetzte uns schon 1914 in die Lage, ein herrliches Banner anzuschaffen. Der kurz darauf ausbrechende 1. Weltkrieg entriss uns mehrere Mitglieder.Der Rückgang, den der Verein dadurch zu verzeichnen hatte, wurde aber schon in den nächsten Jahren wieder ausgeglichen. Gute Führung, treue Mitgliedschaft und sportlicher Geist trugen dazu bei dass der Verein 1928 die Landes- und Bezirksmeisterschaften im Korsofahren erringen konnte.1929 feierte unser Verein mit einer Mitgliederzahl von 165 sein 25- jähriges Jubiläum, das mit dem Bezirksfest verbunden war. Infolge des politischen Umschwungs 1933 musste der Verein aufgelöst werden. Erst im Jahre 1950 konnte er wieder gegründet werden. Am Kinderfest in diesem Jahr traten zum ersten Mal wieder Radfahrergruppen auf. Gustav Gehr der Ehrenvorsitzende schon vor dem zweiten Weltkrieg an der Spitze des Vereins, nahm in diesen Tagen das Vereinsruder abermals in die Hand. Auch das heute noch im Verein betriebene Kunstradfahren nahm in diesen Jahren seinen Anfang. 

Im Interesse einer Neugründung unseres Vereins hatte man auf Samstag, den 1. September 1951 im Vereinslokal "Eintracht" eine "außerordentliche Versammlung" einberufen. Galt es doch in erster Linie die Vereinsleitung und Funktionäre festzustellen, eine Wahl ergab folgendes Ergebnis:

 1. Vorstand:  Gustav Gehr
   
 2. Vorstand:  Karl Nagel
   
 1. Fahrwart:  Willi Künstle
   
 2. Fahrwart:  Wilhelm Schnaidt
   
 Kassier:  Christian Fromm
   
 Unterkassier:  Edmund Gehr
   
 Schriftführer:  Kurt Weber
   
 Ausschussmitglieder :  Friedrich Koch
   Ernst Leibssie
   Gotthilf Luz
   Lothar Gaiser
   Karl Rösch jr. 
   
 Zeugwart:  Erich Beisle
   
 Bannerführer :  Werner Klaus
   

 

Als einen vollen Erfolg konnte unser Verein sein 50-jähriges Jubiläum, am 26.+ 27. Juni 1954 in der Vereinsgeschichte verzeichnen. Vorstand Albert Luik und seine Mitglieder hatten nach mühevoller Arbeit und Vorbereitungen dies zu schaffen vermocht. Ein großes Festzeit auf den Echazwiesen, ein reichhaltiger Vergnügungspark sorgte für jung und alt für weitere Unterhaltung. Vorstand Albert Luik dankte insbesondere Bürgermeister Wolf, der die Präsidentschaft des Jubiläums übernommen hatte, für die Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Wolf als Festpräsident begrüßte seinerseits die Radsportfreunde und Gäste, Vertreter des Württembergischen Radsportverbandes, Sportkamerad Knecht, den deutschen Meister im Kunstradfahren Heinz Pfeiffer, Schwenningen und die Geschwister Fischer aus Derendingen als Württ. Jugendmeister sowie die örtlichen Vereine. Als besonderer Höhepunkt darf verzeichnet werden, die Ehrung alter verdienter Mitglieder mit der goldenen Ehrennadel:

Jakob Wolf, Gottlob Nübling, Mühlbergstraße, Otto Stammler und Gottlob Nübling, Alte Steige, als Gründer des Vereins. Für 25- und mehrjährige Mitgliedschaft erhielten die silberne Ehrennadel Gustav Gehr, Gottlieb Benz, Wilhelm Künstle, Kar! Walker, Hofstatt, Paul Weber, Ernst Leibssie, Gotthilf Luz, Christian Hagenlocher, Wilhelm Hornung, Karl Hepper, Fritz Werner, Christian Weber, Kar! Walker, Neue Straße, Fritz Koch, Wilhelm Zeeb und Paul Fromm. Anschließend zeigten die jungen Mitglieder des Vereins ihr Können im Einer- und Zweier-Kunstradfahren (Gehr, Kehle und Beissle). Die Vorführungen der Geschwister Fischer und das Auftreten des Deutschen Meisters Heinz Pfeiffer fand bei den Gästen großen Beifall. Der Sonntagvormittag war der kämpferischen Seite gewidmet. Weit über 100 Radrennfahrer hatten ihre Meldung abgegeben und kämpften auf der Strecke: Kirchentellinsfurt, Degerschlacht- Spitzkehre- Boll- Sickenhausen Kirchentellinsfurt um den Titel eines Bezirksmeisters. Start und Ziel war beim Gasthaus Krone.  

Am Sonntagnachmittag ging es um den Bezirksmeistertitel im Korsofahren. Dichtgedrängt standen die Gäste und die Einwohnerschaft an den Straßenseiten und bewunderten, mit welcher Sorgfalt und Mühe die einzelnen Vereine ihre Gruppen gestaltet haben, um in den Besitz des Titels zu gelangen.

Auch wenn der Wettergott der Veranstaltung am Sonntag nicht besonders hold gesinnt war, konnte dies der Veranstaltung die am Montag mit einem Tanzabend endete, keinen Abbruch tun. 

Zu einer Großkundgebung für den Radsport gestaltete sich am Samstag, 20. Juni und Sonntag, 21.]uni 1959 die Austragung der Bezirksmeisterschaft, die mit der Bannerweihe unseres Vereins verbunden war. Anstelle des 1. Vorsitzenden begrüßte Kar! Nagel die Festgäste, Bürgermeister Wolf, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, den 2. Vorsitzenden des WRSV Höflich, Bezirksvorstand Schmid, Tübingen und Bezirksrennleiter Balderer, Reutlingen. Der Musikverein und der Liederkranz Kirchentellinsfurt unterhielten die Festgäste.

Herzliche Begrüßungsworte galten auch den Vereinsveteranen mit Ehrenvorstand Gustav Gehr und den beiden letzten Gründungsmitgliedern Nübling und Stammler.  

In feierlicher Weise wurde am Sonntag, 21. Juni 1959 im Anschluss an den Festzug das Banner vom Bezirksvorsitzenden geweiht.

Patenverein ist Wurmlingen. Ein schön geschwungenes Horn war das Patengeschenk der Wurmlinger. Kirchentellinsfurter Festdamen hatten für unser Banner das erste Festband gestiftet. An beiden Tagen boten Kunstradfahrerinnen und- Fahrer u.a. aus Schwenningen, (Heinz Pfeiffer, Deutscher Meister) Bodelshausen, Hinterweiler, Metzingen, Reutlingen und Wurmlingen eine Schau einwandfreier radfahrerischer Kunst. Nach dem Rücktritt des 1. Vorsitzenden Klumpp, wurde Willi Künstle, der bis 1985 die Geschicke des Vereins leitete, 1. Vorsitzender. Bei der Hauptversammlung 1960 wurden in den Vorstand gewählt:  

 1. Vorsitzender:  Willi Künstle
   
 2. Vorsitzender:  Walter Luik                   
   
 Kassier:  Albert Luik
   
 Jugendleiter:  Wilfried Schweikert
   
 Schriftführer:  Walter Luik
   
 Fahrwart:  Hans Wilhelm
   

 Der Verein beteiligte sich wie in den vergangenen Jahren an Korsofestzügen mit selbstgebauten Gruppen die immer großen Anklang fanden.  Als weiterer sportlicher Höhepunkt übernahm 1968 unser Verein die Ausrichtung eines Straßenrennens. Der Streckenverlauf war derselbe wie beim 50-jährigen Jubiläum.  

1969 wurde erstmals der Achalm-Pokal-Lauf auf der Strecke Kirchfeldstraße Haldenweg-Neue Straße-   Kirchackerstraße mit Start und Ziel in der Kirchfeldstraße. Dieses Rennen fand großen Anklang bei den Rennfahrern aus der ganzen Umgebung. Auch für die jugendlichen Radrennfahrer wurde etwas getan, beim 1. Schritt Bezirksentscheid konnten sie über 5 Runden = 5 km beweisen was sie konnten.  

1970 05.+06.09. Vereinsausflug nach Klösterle.

 

1971 Der Auftakt der Saison ist eine Bildersuchfahrt, die über Degerschlacht, Sickenhausen, Altenburg,        Oferdingen mit Abschluss im Vereinsheim Bahnhofsgaststätte. Am 20. 05. (Himmelfahrt) war um 13.00 Uhr Treffpunkt Neckarbrücke zur Vereinswanderung das Neckartal abwärts. Schützenhaus war Endziel, nach einer Stärkung kam das unvermeidliche Fußballspiel: Niemandsland Starkfeld.

 

Durch das rasche Zugreifen einiger Kameraden kam unser Verein in den Besitz eines Hochrades.

 

1972  Mitwirkung beim Ausbau des Trimm-dich-Pfad im Gemeindewald.

 

1974  Großer Tanzabend am 12. Mai mit den Geschwistern vom Silberwald aus Bartholomäberg/Montafon.

 

1976 Den ewigen 3. Platz im Bezirks-Wanderfahren, wie schon in den Vorjahren. Beim Korsofest in Beffendorf waren wir erfolgreicher, hier konnten wir gleich 2 Pokale für die Teilnahme beim Schmuckkorso heim nehmen.

 

1977 Gleich 3 Titel im Kunstradfahren holten sich unsere Fahrer Sandro Walker, Hansjörg Weinand und Britta Miriach. Peter Nieratschker wird Deutscher Schülermeister in Tailfingen. Seit 1973 hat unser Verein eine große Kunstfahrergruppe. So wurde die Anschaffung eines Kunstrades notwendig.

  

1979 75-jähriges Jubiläum am 14.+15. Juli mit Bezirksmeisterschaft im Korsofahren. Am Samstagabend findet ein Festbankett mit Ehrungen unter Mitwirkung des Musikvereins und Liederkranz Kirchentellinsfurt statt. Am Sonntag treffen sich über 20 Vereine zu einem wunderschönen historischen Festzug. In der Gemeindehalle, wo unser 75-jähriges gefeiert wurde, fand am Sonntagnachmittag ein Schaufahren der Europa-Cup Gewinnerin 1979 Gaby Buck statt. Am Sonntagabend beschließen wir unser Fest mit einem Tanzabend mit den Mixed Generation.

Den Zeitungskritikern nach war es ein wirklich gelungenes Jubiläum.

In diesem Jahr dürfen wir noch mal feiern - Peter Nieratschker wird am 27. September in Moers Deutscher Jugendmeister und wird offiziell in den Bundeskader aufgenommen. Beim Empfang von Peter durch den Radfahrerverein und Bürgermeister Knauss, erwähnte der Vorsitzende Künstle, der Sieg von Peter sei das schönste Jubiläumsgeschenk für den Verein. Anerkennende Worte gab es auch für den Vater und Trainer Walter Nieratschker, der die ganzen Jahre über das Training und die Betreuung der Kunstradfahrer leitete. Gerade vom Ausflug zurück ließ es sich der Liederkranz nicht nehmen und brachte ein Ständchen.

 

1982 1. Schützenhaus-Hockete unseres Vereins an Himmelfahrt.

Peter Nieratschker wird Junioren Europameister.

 

1983 Qualifikationsfahren zur Weltmeisterschaft. Peter Nieratschker startet zum 1. Mal bei den Aktiven und belegt hinter Weltmeister F.Kratochvil und J. Kessler, Vize-Weltmeister den 3. Platz und qualifiziert sich zur Weltmeisterschaft. Am 28. Oktober wird Peter Nieratschker Weltmeister im Einer-Kunstradfahren. Ein absoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.

 

1984 Bei der Hauptversammlung am 31. März 1984 bittet der 1. Vorsitzende Willi Künstle sich zur Gedenkminute für unseren Peter zu erheben, der durch einen tragischen Tod aus unserer Mitte gerissen wurde und eine große Lücke hinterlässt.

In diesem Jahr verstarb am 4. Oktober unser Ehrenvorstand Gustav Gehr. Der bei der Wiedergründung unseres Vereins 1951 als 1. Vorstand gewählt wurde. Bis 1983 war er als Kassenprüfer aktiv. Er ist mit einer der herausragenden Persönlichkeiten unseres Vereins.

 

1985 25 Jahre führte Willi Künstle als 1. Vorsitzender den Verein und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Für 30-jährige Mitgliedschaft und seinen unermüdlichen Einsatz für unseren Verein bekommt er einen Zinnteller zum Andenken. Kar! Nagel wird an diesem Tag für seine langjährigen Verdienste für den Verein mit der goldenen Ehrennadel und einer Urkunde ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied ernannt.


 

  

1988 Vereinsausflug nach Neustadt am 9. Oktober mit der Bahn. Es wurde für alle Teilnehmer ein recht lustiger und erfolgreicher Tag.

 

1990 Ausrichtung des LBS-Cup. Namhafte Rennfahrer aus der ganzen Bundesrepublik nehmen daran teil.

 

1993 Vorstandswechsel - Wolfgang Weber übergibt nach 8-jähriger Tätigkeit sein Amt an den 2. Vorsitzenden Helmut Rösch.

 

 

 

 Vorstände 1904 - 1994 1. Radfahrerverein 1904 Kirchentellinsfurt e.V.

 1904  Gründung des Radfahrervereins  
   Gründungsmitglieder:  Gottlob Nübling I
     Gottlob Nübling II
     Otto Stammler
     Jakob Wolf 
     Gottlob Heusel
     
 1933  Auflösung des Vereins   
     
 1951  Neugründung   
     
 1951-52  Gustav Gehr  
     
 1953-56  Albert Luik  
     
 1957-59  Karl Klumpp  
     
 1960-85  Willi Künstle  
     
 1986-92  Wolfgang Weber  
     
 Ab 1993  Helmut Rösch  
     

  

   

Radlerlied

 

Wenn alles grünt, wenn alles blüht, die Radler fahren aus, dann fahrn wir Radler wohlgemut ein grünes Reis auf unserem Hut zum Tor der Stadt hinaus, zum Tor der Stadt hinaus.  

Uns wohlbekannt winkt mit der Hand manch hübsches Mägdelein, All Heil ihr schmucken Radler hier, ihr fahrt nun fort und laßt uns hier, könnt wir wohl bei euch sein, könnt wir wohl bei euch sein.  

So geht’s nun fort von Ort zu Ort, wohl über Berg und Tal, durch Feld und Wald und Stadt und Land, ja überall sind wir bekannt, als lustge Radlerschar, als lustge Radlerschar.  

Bald angelangt am Ziele dann, labt uns ein frischer Trunk.

Nach froher Rast und kurzer Ruh geht / s wiederum der Heimat zu/ so lebt der Radlersmann, so lebt der Radlersmann.